Seit seinen Anfängen gab es im Internet zahlreiche Sicherheitsverletzungen, und fast alle lassen sich auf eine einzige Schwachstelle zurückführen: menschliches Versagen. Das ist richtig: Wir sind eine Schwachstelle, die nur darauf wartet, ausgenutzt zu werden. Cyberkriminelle nutzen diese Schwachstelle mit nur einer einzigen Angriffsmethode aus: Social Engineering. Diese Technik umfasst Manipulationen, die auf Vertrauen basieren, um eine Person dazu zu verleiten, vertrauliche und sensible Informationen preiszugeben. Meistens nutzt ein Angreifer wenig bekannte Informationen, um Ihr Vertrauen zu gewinnen.
Wie Cyberkriminelle Social-Engineering-Angriffe durchführen
Social Engineering kann auf vielfältige Weise betrieben werden, auch ohne dass das Internet dabei eine Rolle spielt. Im Folgenden sind die wichtigsten Methoden aufgeführt, mit denen Angreifer diese Technik anwenden:
- Phishing – Dies ist die häufigste und erfolgreichste Form des Social Engineering. Beim Phishing versuchen Cyberkriminelle in der Regel, an vertrauliche Informationen zu gelangen, indem sie E-Mails versenden und die Empfänger anschließend auf eine gefälschte Website weiterleiten. Die meisten dieser E-Mails wirken nicht verdächtig. Phishing kann in verschiedenen Formen auftreten, darunter Spear-Phishing und Vishing. Spear-Phishing zielt auf eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Unternehmen ab. Vishing ist eine Form des Phishing, die jedoch über einen Telefonanruf erfolgt. Auch Vishing ist weit verbreitet, und am Ende geben die betrogenen Personen möglicherweise Informationen wie ihre Sozialversicherungsnummern preis.
- Pretexting – Hierbei handelt es sich um eine Technik, bei der vorwiegend Lügen eingesetzt werden, um Vertrauen zu gewinnen und anschließend Informationen zu erlangen, die zur Bestätigung der eigenen Identität verwendet werden können. Angreifer können bei der Anwendung dieser Technik sogar Mitgefühl wecken. So geben Angreifer beispielsweise vor, Hilfe bei der Begleichung von Krankenhausrechnungen zu benötigen. Sobald Sie einen Beitrag leisten, sind Ihre Daten in ihren Händen.
- Quid pro quo – Bei dieser Methode geht es darum, etwas zu geben, um etwas zu erhalten. Wenn Sie sich im Internet umsehen, sind Ihnen vielleicht schon einmal Anzeigen begegnet, in denen Ihnen mitgeteilt wird, dass Sie eine PS4 gewonnen haben; um Ihren Preis jedoch zu erhalten, müssen Sie bestimmte Angaben wie Ihre Telefonnummer, Ihre Sozialversicherungsnummer und andere sensible Daten eingeben.
- Köderangriffe – Bei dieser Technik locken Cyberkriminelle eine Person in der Regel mit einem kostenlosen Angebot an. So stellen Angreifer beispielsweise kostenlose Software, Spiele, Filme, Musik und andere Dateien zur Verfügung, in denen jedoch Malware versteckt ist. Lädt ein Nutzer eine dieser Dateien herunter, wird die Malware aktiviert und sein System infiziert.
Sozialtechnische Angriffe vermeiden
Sensibilisierung für Cybersicherheit
Dazu gehört das Verständnis von Sicherheits- und Datenschutzrisiken sowie deren Eindämmung und Prävention. Sobald Sie über dieses Wissen verfügen, werden Sie wissen, wie Sie mit Phishing, Baiting und anderen Social-Engineering-Angriffen umgehen müssen.
Seien Sie vorsichtig, wem Sie vertrauen
Geben Sie im Internet weniger persönliche Daten preis, insbesondere beim Ausfüllen von Online-Formularen von Unternehmen. Heutzutage beherrschen Angreifer die Kunst, sich als E-Mail-Absender von Unternehmen und anderen Institutionen auszugeben, die sensible Informationen anfordern. Veröffentlichen Sie zudem weniger sensible Informationen in sozialen Medien.
Verwenden Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Achten Sie nicht nur auf die Verwendung sicherer Passwörter, sondern stellen Sie auch sicher, dass Sie für Ihre sensiblen Konten die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) eingerichtet haben. Dadurch wird das Risiko minimiert, dass Ihre Daten in die falschen Hände geraten, selbst wenn jemandem irgendwie Ihr Passwort in die Hände fällt. Vermeiden Sie es außerdem, für alle Ihre Konten dasselbe Passwort zu verwenden.
Verwenden Sie die biometrische Authentifizierung
Dies ist hilfreich, wenn keine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) verfügbar ist, insbesondere bei Finanztransaktionen. Biometrische Verfahren wie Fingerabdrücke können erheblich dazu beitragen, Betrugsfälle zu reduzieren, indem sie Identitätsdiebstahl eindämmen. Nutzen Sie diese Form der Authentifizierung, sofern sie verfügbar ist.
Verwenden Sie ein VPN
Durch die Gewährleistung von Sicherheit und Datenschutz kann ein VPN dazu beitragen, Social-Engineering-Angriffe zu reduzieren und sogar abzuwehren, bevor sie stattfinden. Bei der Nutzung eines VPNs werden Ihre Daten nicht von neugierigen Blicken abgefangen, und einige VPNs bieten zudem Funktionen, die Ihre Cybersicherheit verbessern. Darüber hinaus hinterlassen Sie bei der Nutzung eines VPNs nur minimale Datenspuren, sodass Angreifer, selbst wenn sie diese zurückverfolgen, letztendlich vor der Tür des VPNs landen.
