VPN-Protokolle

Ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) muss beim Zugriff auf das Internet über eine sichere Verbindung zu verschiedenen Servern verfügen. Diese Verbindungen werden durch Protokolle ermöglicht. Protokolle sind Standards, die festlegen, wie das VPN seine Kommunikation abwickelt. Sie dienen dazu, Sicherheit zu gewährleisten und eine schnellere VPN-Nutzung zu ermöglichen. Es gibt verschiedene Protokolle, die ein VPN nutzt, wobei jedes seine eigenen Stärken und Schwächen aufweist. Wir werden sie in diesem Artikel näher betrachten;

OpenVPN-Protokoll

Dies ist das am weitesten verbreitete VPN-Protokoll. Der Grund dafür ist, dass es sicher ist – es nutzt eine Kombination aus sicheren Technologien und Protokollen –, zuverlässig ist und auf Open-Source-Basis basiert. Das bedeutet, dass jeder es auf Schwachstellen überprüfen kann und es zudem in hohem Maße anpassbar ist; es lässt sich so konfigurieren, dass es auf jeder Computerplattform funktioniert. OpenVPN wird in der Regel in zwei Versionen verwendet: OpenVPN TCP und OpenVPN UDP.

  • OpenVPN TCP

TCP steht für „Transmission Control Protocol“; TCP ist eine Reihe von Internetprotokollen, die für die Kommunikation im Netzwerk verwendet werden. Wenn OpenVPN mit TCP genutzt wird, ist es zuverlässiger, da TCP Funktionen zur Fehlerprüfung bietet. Aufgrund dieser Zuverlässigkeit ist OpenVPN in der Regel etwas langsamer, da bei Auftreten eines Fehlers mehr Latenz für die erneute Übertragung aufgewendet wird.

  • OpenVPN UDP

UDP steht für „User Datagram Protocol“; es handelt sich ebenfalls um ein Kommunikationsprotokoll, bietet jedoch im Gegensatz zu TCP keine Funktionen zur Fehlerprüfung. Dadurch ermöglicht es eine schnellere VPN-Verbindung.

OpenVPN verwendet eine 256-Bit-Schlüsselverschlüsselung. Abgesehen davon, dass es äußerst sicher ist, besteht der einzige Nachteil dieses Protokolls darin, dass es Software von Drittanbietern benötigt, um mit den meisten Plattformen kompatibel zu sein.

L2TP/IPsec

L2TP steht für „Layer 2 Tunneling Protocol“, während IPsec für „Internet Protocol Security“ steht. L2TP allein ist sehr schnell, aber nicht sicher, da es über schwächere Verschlüsselungsmethoden verfügt. IPsec hingegen ist ein Protokoll, das die Authentifizierung und Verschlüsselung von Kommunikationskanälen gewährleistet; es sorgt für End-to-End-Sicherheit. Damit L2TP effektiv ist, wird es in der Regel mit IPsec kombiniert; zusammen sind sie sicherer und schneller. L2TP/IPsec weist keine bekannten Sicherheitslücken auf, wird jedoch häufig blockiert, da es standardmäßig UDP auf Port 500 nutzt; dadurch ist es leicht zu erkennen. L2TP ist eine Weiterentwicklung eines anderen Protokolls, nämlich PPTP (siehe Details weiter unten).

IKEv2

Internet Key Exchange Version 2 ist ein Tunneling-Protokoll, das in Verbindung mit IPsec zu einem VPN-Protokoll wird. Dieses Protokoll ist zuverlässiger, da es bei einem Internetausfall die Verbindung wiederherstellt. Zudem ist es mit den meisten Mobilgeräten kompatibel. Aus diesen Gründen wird es häufig von mobilen VPNs auf Smartphones genutzt und manchmal sogar gegenüber OpenVPN bevorzugt. Es ist zudem sehr sicher und bietet im Vergleich zu L2TP/IPsec eine bessere Leistung. Der einzige Nachteil besteht darin, dass für die Implementierung Software von Drittanbietern erforderlich ist.

SSTP

SSTP steht für „Secure Socket Tunneling Protocol“ und ist ein proprietäres Protokoll von Microsoft. Es verfügt über Sicherheitstechnologien, die denen von OpenVPN-Protokollen ähneln, und Experten zufolge könnte es theoretisch besser als OpenVPN sein, wenn es als Open Source verfügbar wäre. SSTP ist weniger anfällig für Sperrungen, schnell, sicher und einfach einzurichten. Der einzige Nachteil ist, dass es von vielen Plattformen nicht unterstützt wird, da es in erster Linie ein Windows-Protokoll ist.

PPTP

PPTP steht für „Point-to-Point Tunneling Protocol“. Es ist eines der ältesten VPN-Protokolle und in fast jedem VPN am weitesten verbreitet. Da es sich ausschließlich um ein VPN-Protokoll handelt, ist PPTP nicht sicher, bietet jedoch beeindruckende Geschwindigkeiten und ist mit praktisch jeder Plattform kompatibel. Die Verwendung dieses Protokolls wird nicht empfohlen, es sei denn, die jeweilige Aufgabe erfordert keinerlei Sicherheitsmaßnahmen.

Von allen Protokollen entscheiden sich die meisten VPN-Anbieter für das OpenVPN-Protokoll, da es schnell, sicher und zuverlässig ist.

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